Studien, Ansätze, Ergebnisse zur Aufstellungsarbeit

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Wissenschaftliche Untersuchungen zur Aufstellungsarbeit – Der Forschungs(gegen)stand
von Katharina Stresius

Im Verhältnis zu der enormen Ausbreitung der Aufstellungsarbeit, den unzähligen Veröffentlichungen über die praktische Arbeit sowie den darauf bezogenen heftigen Kritiken - dies alles von unterschiedlichster Qualität - gibt es einerseits noch relativ wenige Forschungsansätze und noch wenige befriedigende Theorienbildungen. Andererseits ist es erstaunlich, wie schnell die Entwicklung, Durchführung und Auswertung von wissenschaftlichen Forschungsprojekten in der Aufstellungsarbeit eingesetzt hat, verglichen mit den gängigen Psychotherapiemethoden oder Heilverfahren etc.
Dieser Beitrag soll einen Überblick darüber geben, wie sich die Forschungsarbeit entwickelt hat und welche Ansätze es bisher gibt. Allerdings forsche ich selbst nicht und schreibe auch nicht als Expertin für Forschungsfragen. Ich praktiziere das Aufstellen von Systemen seit über zwanzig Jahren in meiner Praxis im Einzel- und Gruppensetting. Im Rahmen der Vorstandsarbeit der DGfS-IAG habe ich die Funktion übernommen, die Ergebnisse zu sammeln und zusammenzufassen. Zurzeit erstelle ich eine zentrale Datenbank, auf der diese ständig aktualisiert und gezielt nach Stichworten abgerufen werden können.

Beforschung der Aufstellungsarbeit: ja oder nein?
Ob empirische Forschung über die phänomenologisch-systemische Aufstellungsarbeit möglich, sinnvoll, angemessen ist, daran scheiden sich die Geister. Auf beiden Seiten gibt es Eng-, Weit- und Tiefblickende.
Dazu zwei Geschichten: Jemand fragte einen alten Schamanen: „Sehr kranke Menschen kommen zu dir. Du singst und wedelst mit Federstäben, und die Leute werden dann wieder gesund. Wie machst du das? Wie funktioniert das?" Und der Alte antwortete: „Gut!"
Bandler und Grinder, die Autoren des Neurolinguistischen Programmierens, waren auf einen Nachfolger dieses Schamanen, der ähnlich gute Heilerfolge hatte, aufmerksam geworden. Sie wollten seine Fähigkeiten elizitieren, ihn modellieren und die Kunst dieser Kommunikation allen zugänglich machen. Sie gingen unverrichteter Dinge. Zur Forschung stellen sich derzeit mehr Fragen als es Antworten gibt.

Durch welche Sichtweise filtert Wissenschaft den Aufstellungsgegenstand?
Den Ausgangspunkt zur Betrachtung der Wirklichkeit bieten zwei grundlegend verschiedene wissenschaftliche Richtungen: das deterministische und das holistische Wissenschaftsverständnis.
Wer eine deterministische, mechanische, kausale, positivistische Sichtweise hat, beobachtet als außenstehender Untersucher ein Objekt, fragt nach Ursache und Wirkung, schafft Ordnungen und Erklärungen, indem er das Ganze in seine einfachsten Bestandteile zerlegt. Ein holistischer, phänomenologischer, systemischer, prozessuraler Forscher nimmt Einfluss auf das Geschehen und ist Teilnehmer an einem offenen, sich ständig ändernden Prozess, in dem alles verbunden ist und alle Variablen sich gegenseitig bedingen.
Erwartungsgemäß nehmen diese beiden Richtungen die Abläufe in und die Ergebnisse von Aufstellungen mit sehr unterschiedlicher Akzeptanz und Bewertung auf.

Wie lässt sich die Aufstellungsarbeit als Forschungsgegenstand definieren?
Da es darüber keine Einigkeit gibt, stammen die Forschungsergebnisse aus verschiedenen Fachrichtungen: aus der

  • Philosophie (Erkenntnistheorie),
  • empirischen Sozialforschung,
  • Psychotherapieforschung,
  • Aktionsforschung/Gruppendynamik,
  • modernen Quantenphysik (1),
  • Naturwissenschaft und Naturphilosophie (2).

Für die Forschenden stellt sich die Frage, von welcher Theorie sie bei ihren Untersuchungen und Effizienzprüfungen auszugehen haben beziehungsweise welche Bedeutung eine fehlende Theorie für die Forschung, die Evaluierung hat.

Wozu braucht die Aufstellungsarbeit Forschung?
Das Motivationsspektrum der Interessierten und Praktizierenden umfasst

  • die reine Entdeckerfreude,
  • den Wunsch nach Seriosität und Anerkennung,
  • das Bedürfnis, den Angriffen standhalten zu können,
  • den Druck, sich legitimieren zu müssen,
  • den Nachweis der Wissenschaftlichkeit zu erbringen,zum Beispiel um gesetzliche und private Kostenträger in der Krankenversicherung zu erreichen ...

Die Frage nach der Wirksamkeit von Aufstellungen weckt das größte Interesse. Neben der Nützlichkeit stehen auch die Methode, die Vorgehensweisen auf dem Prüfstand. Bert Hellinger, der Begründer der phänomenologisch-systemischen Aufstellungsweise, hat kein Bedürfnis nach Forschung. Erkenntnis und Handeln bleiben für ihn dauernd aufeinander bezogen und sind im Tiefsten eins (3). Die erfahrene Wirklichkeit erfüllt ihn und reicht ihm. Für ihn macht das Festhalten der Wirkung seiner Philosophie keinen Sinn. In absichtsloser Zielstrebigkeit und erstaunlicher Geschwindigkeit wandelt sein Handeln seine Erkenntnisse und umgekehrt, sich laufend weiterentwickelnd.

Muss Aufstellungsforschung außen vor bleiben?
Was nun speziell das Forschen anbelangt, so sehen sich einige als Wahrer dieser phänomenologischen Haltung. Mit Absichtslosigkeit, innerem Leersein und Aufnehmen des Sichzeigenden und Loslassen entsagen sie jeglicher Ergebnisorientierung und selbst dem Nachfragen. Auch aus ihrem Glauben oder ihrer Erfahrung heraus, dass sonst vom Feuer nur die Asche bleibt. Jegliche Eigeninteressen und Instrumentalisierungen sollen vermieden werden. Das Vertrauen in die Methode - vor, während und nach der Arbeit - bleibt so für alle Beteiligten erhalten. Das zu Vollziehende unterliegt keinem Erwartungsdruck oder wird nicht seiner Kraft beraubt. Allenfalls werden spontane Reaktionen und Rückmeldungen in den Lern- und Erfahrungsfluss aufgenommen.
Denn je abstrakter über das Geschehen in den Aufstellungen gedacht und geforscht wird, umso größer wird die Distanz zu den einzigartigen Gefühlen, Gedanken und Verhaltensweisen der Menschen, die miteinander in Resonanz sind in Raum, Zeit und Energie. Lässt sich das normieren? Allerdings gibt es da jemanden, der sagt, Aufstellungen können selbst als Forschungsmethoden bezeichnet werden. „Man kann jede Aufstellung als ein Experiment ansehen." (Zu der Arbeit von Prof. Franz Ruppert komme ich später.)

Erforscht die Methode sich selbst?
Mitte der Neunzigerjahre haben Hunter Beaumont und Ursula Franke den Versuch gemacht, ein Research Committee zu gründen. Sie begannen mit einem Projekt zur Dokumentation von Familienaufstellungen. Dabei sollten die vielen Geschichten von aufgestellten Systemen, die Erfahrungen, die gemacht wurden, und die Wirkungen, die sich gezeigt haben, in einer Datenbank gesammelt werden, damit sie nicht verloren gingen. Geplant war, diese erst einmal nicht zu veröffentlichen oder zu bearbeiten. Die Gruppenteilnehmer erhielten einen Fragebogen, auf dem sie Folgendes frei berichten konnten:

  • ihr Anliegen,
  • die Informationen, die sie über ihre Familie mitgeteilt hatten,
  • die Empfindungen während der Aufstellung als Protagonist, Stellvertreter oder Zuschauer,
  • davon unterschieden die Gedanken und Wahrnehmungen nach der Aufstellung,
  • keine Fakten oder Interpretationen.

Die Urheber waren gespannt auf den Rücklauf und auch darauf, ob und welche Forschungsmöglichkeiten sich aus der Geschichtensammlung heraus ergeben würden. Dieses Projekt ist nicht weiterverfolgt worden.

Wer macht Aufstellungsforschung ...
Mit Ende der Neunzigerjahre begannen Studierende der Sozialarbeit und Psychologie ihre empirischen Diplomarbeiten über das Thema Familienaufstellungen zu schreiben. Zu Beginn des neuen Jahrtausends erschien das Buch von Gerd Höppner, der seine Dissertation über die Effekte des Familien-Stellens geschrieben hatte (4). Dem folgten weitere veröffentlichte und unveröffentlichte Dissertationen, in denen zunehmend auch Organisations- und andere Aufstellungsmethoden wissenschaftlich untersucht wurden. Daneben gibt es Pilot-, Feldstudien Und andere Projekte von Aufstellern aus den verschiedensten Berufsfeldern (5).

… zu welchen Themen …
Die Diplomanden beschäftigten sich mit den Wirkungen des Familien-Stellens anhand von Nachbefragungen. Manche haben speziellere Themenbereiche untersucht, wie

  • die Veränderungen in der Partnerschaft,
  • den Einfluss der Haltung der Aufstellungsleiter,
  • die Bereicherung der Beratungsarbeit,
  • bestimmte Indikationsbereiche, zum Beispiel sexueller Missbrauch, Magersucht und innere Kündigung.

Andere suchten nach Ergebnissen des Einsatzes der Aufstellungsarbeit in verschiedenen Feldern der sozialen Arbeit. Die Projektleiter untersuchten Beziehungsmuster in Familien, Familienbetrieben und Organisationen, zum Beispiel ob die durch die Familienaufstellung veränderte subjektive Wahrnehmung der Familienstruktur auch zu einer veränderten Wahrnehmung der beruflichen Beziehungen führen kann.
Es gibt eine noch nicht abgeschlossene Begleituntersuchung in einem großen Drogen-Rehabilitationszentrum mit der Fragestellung, welche Auswirkung Familien-Stellen auf die regulären und nicht regulären Entlassungen (meist Rückfall oder Abbruch) hat (6).
Eine unveröffentlichte Feldstudie beschäftigte sich mit der Frage der Wirksamkeit von Familienaufstellungen mithilfe des EEG-spektralanalytischen Messverfahrens. Gemessen wurden die Veränderungen der Hirnstrombilder bei Aufstellungen. Dabei ging es darum, ob sich das Hirnstrombild des Stellvertreters dem des Protagonisten angleicht, wenn er in die Verkörperung geht; oder ob sich am Ende, wenn Lösungen möglich sind, Blockaden, die vorher im Hirnstrombild sichtbar waren, auflösen (7). Allerdings zeigte sich bei diesem Messinstrument eine hohe Störanfälligkeit.

... und wie ...
In den meisten Dokumentationen arbeiten die Autoren mit qualitativen Fallstudien über Aufstellungen im Einzel- und Gruppensetting. Sie stellen Hypothesen auf und führen Befragungen durch. Das Erleben der Teilnehmer in der Aufstellung und deren Veränderungen im Zeitraum danach wird unterschiedlich erhoben. Entweder wird eine Datenmenge in offenen oder halbstrukturierten Interviews oder mit (standardisierten) Fragebögen erstellt; je nach Forschungssetting vor der Aufstellung, unmittelbar danach und zu einem späteren Zeitpunkt (bis zu drei Jahren). Diese relativ kleinen, explorativen Untersuchungsstichproben durchlaufen die statistischen Methoden der empirischen Sozialforschung. Korrelationen werden auf ihre Signifikanz geprüft, das heißt es wird eine methodische Kontrolle des Zusammenhangs und der Wirkung von Variablen durchgeführt. Weitere Kriterien sind Relevanz, Falsifikation, Reliabilität (Zuverlässigkeit), Validität (Gültigkeit), Zeitraum der Wirkung der Einsichten, die Praktikabilität der Methode, ihr Nutzen für verschiedene Indikationsbereiche.

... mit welchen Ergebnissen?
Mit den folgenden Beispielen danke ich unter anderem den Kollegen, die auf dem 5. Internationalen Kongress für Systemaufstellungen („Panta Rhei", 2005, Köln) in meinem Workshop über Forschung ihre Arbeiten selbst vorgestellt haben. Sie haben mit ihren unterschiedlichen Ansätzen eine sehr fruchtbare Diskussion in Gang gesetzt.
Evaluationsforschung von Prof. Franz Ruppert

Er forscht zu den Fragen Wirksamkeit, Inhalt und Methode der Aufstellungen. Dabei beachtet er die besonderen Anforderungen der wissenschaftlichen Evaluationsforschung und die Vielzahl der Variablen beim Nachweis von spezifischen Effekten bei Interventionsformen. Das systematische Vorgehen (zum Beispiel Experimental- und Kontrollgruppe etc.), das für die wissenschaftliche Anerkennung als notwendig angesehen wird, erscheint ihm, auch im Hinblick darauf, dass es noch keine hinreichend fundierte Theorie gibt, zu früh. Sein spezielles Anliegen ist die Erforschung der Ursachen seelischer Erkrankungen und wie sie therapeutisch zu beeinflussen sind.
Er nutzt einerseits die Aufstellungsarbeit, um Schritt für Schritt Hypothesen zu überprüfen und wieder neue Hypothesen zu bilden. Er kombiniert die beiden wissenschaftlichen Herangehensweisen der Induktion und Deduktion, um damit in einem Rückkopplungsprozess Inhalt und Methode sich gegenseitig entwickeln zu lassen. Andererseits macht er ausführliche Interviews über die Erfahrungen von Menschen, die an vielen Aufstellungen teilgenommen haben, um Erkenntnisse über die Methode und deren Weiterentwicklung zu sammeln. In seinen Publikationen (8,9,10) stellt er den Theorienzusammenhang dar, der es ermöglicht, schwere seelische Erkrankungen wie Depressionen, Persönlichkeitsstörungen oder Schizophrenien zu begreifen. Er bezeichnet ihn als „mehrgenerationale, systemische Psychotraumatologie (MSP)".

Empirisches Forschungsprojekt von Peter Schlötter (11)
Er legte eine empirische Studie zur Semantik in Systemaufstellungen vor, die sich bezüglich der Objektivität und der Reliabilität mit naturwissenschaftlichen Ansprüchen messen lassen kann. Geforscht wurde über die Entdeckung einer „Stellungssprache" bei der Bearbeitung menschlicher Beziehungsprobleme, auf eine räumlich-sinnliche Weise, nämlich in Aufstellungen. Mit lebensgroßen Figuren wurden Systeme von realen Beratungsfällen und Organisationsanliegen nachgestellt. Mit stark kontrollierten Versuchsanleitungen wurden die menschlichen Einflüsse auf die Probanden auf ein Minimum reduziert. Die Probanden bekamen die Aufgaben,

  1. sich einzeln in die Position einzufühlen.
    Sie konnten frei sprechen; oder sie erhielten Texttafeln, die sie zuordnen konnten.
  2. „Steckbriefe" an diese Personen zu verteilen (nach Körperempfinden, Gefühl, Beziehung, Impuls),
  3. nachdem sie als Protagonist in der Problemaufstellung gestanden hatten, sich in dem dann neu aufgestellten Lösungsbild einen guten Platz zu suchen.

Ergebnisse

  • Dem Forschungsprojekt mit 250 Versuchspersonen und über 4000 Einzelversuchen ist es gelungen, die „repräsentierende Wahrnehmung" (Varga von Kibéd) zu verifizieren: Systemaufstellungen können als eine nicht verbale Sprache der Stellung Von Personen im Raum zueinander erklärt werden. Diese Sprache wird offenbar unabhängig von der individuellen Sozialisation mit hoher Tendenz gleichsinnig verstanden (zumindest im deutschen Sprachraum).
  • Weiter wurde deutlich, dass Systemaufstellungen keine Informationen über einzelne Personen, die als Charaktereigenschaften bezeichnet werden könnten, enthalten, sondern sie handeln von den Beziehungen zwischen diesen Personen. So kann man sagen, dass mit Systemaufstellungen eine Art Metabetrachtung des sozialen Systems vorliegt, dass zu Problemlösung genutzt werden kann.
  • Den in den Systemaufstellungen (SysA) auftretenden Personen- und Figurenkonstellationen wurde von beliebigen natürlichen Personen tendenziell ein einheitlicher Sinn zugewiesen. So können SysA begründet als eine Art Zeichensprache oder Zeichensystem aufgefasst werden, Zeichen einer nicht verbalen Sprache, empirisch nachprüfbar, von einzelnen Personen unabhängig.
  • Die Rückübersetzung der Stellungssprache in die verbale Sprache war so signifikant, dass daraus auf differenzierte Bedeutungen der Stellungssprache geschlossen werden kann. Die SW verstehen die Informationen, und zwar signifikant gleichsinnig. Es geht sogar ohne Übersetzung ins Verbale als stumme Kommunikation.
  • SysA sind eine Art Metakommunikation über soziale Systeme. Zur Darstellung und Lösung genügen einfache geometrische Positionierungen. SysA sind eine reine Form der Selbstreflexion sozialer Systeme.

Mit den Versuchen wurde die Dynamik in SysA wissenschaftlich beobachtbar, reproduzierbar und nachweisbar.

Effizienzprüfung des Familienstellens von Dr. Robert Langlotz (12)
Im Rahmen seiner Aufstellungsarbeit hat er zum Thema Symbiose Daten anhand von Fragebögen gesammelt. Er benutzt dazu den VEI (Verhaltens- und Erlebensindex) und den SCL 90R. Beide Instrumente erwiesen sich als geeignet, Veränderungsprozesse bei Klienten nach einem Aufstellungsseminar abzubilden.Zusätzlich hat er zwei Fragebögen selbst entwickelt: den Symbioseindex und den Beziehungscheck. Der Fragebogen zum Symbioseindex ermöglicht es, vier Aspekte des Verschmelzungssyndroms einzuschätzen: Abgrenzungsprobleme, Selbstwahrnehmungsprobleme, Überabgrenzung als Kompensationsversuch und Tendenz zum dominanten Verschmelzen.
Die Selbsteinschätzungen der Klienten ermöglichen Einblicke in die Effizienz und die Dauer der Wirkung. Sie zeigen Labilisierungen und positive Veränderungen auf. Damit wird auch eine angemessene Nachbegleitung ermöglicht.

Qualitative Exploration der Organisationsaufstellung als Managementmethode von Carl Ulrich Gminder (13)
In seiner Dissertation wählt er forschungsmethodisch auf den Grundlagen der anwendungsorientierten Betriebswirtschaftslehre und der qualitativen Sozialforschung ein Design von Aktionsforschung und Einzelfallanalyse. Er prüft die Möglichkeiten, die die Organisationsaufstellung als Analyse- und Gestaltungswerkzeug von strategischem Management hat, für die Organisations- und Personalentwicklung oder die Arbeit an der Unternehmenskultur.Er erhielt zahlreiche inhaltliche und methodische Erkenntnisse, unter anderem:

  • Organisationsaufstellungen helfen, komplexe Zusammenhänge zu klären und zu überschauen, bei Beziehungsklärungen und der Gewinnung neuer Haltungen,
  • bei der Schulung interkulturellen Arbeitens ...
    Organisationsaufstellungen können daher als Instrument des strategischen und des operativen Nachhaltigkeitsmanagements dienen. Insbesondere wenn es um die Klärung und die Simulation von „menschlichen" Beziehungs- und Organisationszusammenhängen sowie Verhaltensdynamiken in oder zwischen Unternehmen geht. Die Methode hilft, implizites Wissen - das „Bauchgefühl" - zu explizieren, zu strukturieren und Lösungen zu generieren. Organisationsaufstellungen führen weniger zu direkten Anschlusshandlugen, sondern vielmehr zu Haltungs- und Einstellungsänderungen in Bezug auf die bearbeiteten Themen.

Ich danke allen herzlich, die mir ihre Ausführungen zur Verfügung gestellt haben.

Katharina Stresius, Diplom-Psychologin, niedergelassen in eigener Praxis in Aachen, Systemische Supervisorin und NIP-Master, Buchautorin; leitet seit 1992 Selbsterfahrungsgruppen und Weiterbildungen über die Aufstellungsarbeit in unterschiedlichen Berufsfeldern

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Anmerkungen
1    Laszlo, Ervin: Das fünfte Feld, Materie, Geist und Leben –Visionen einer neuen Wissenschaft, Bastei Lübbe Verlag, Bergisch Gladbach 1996
2    Dürr, H. /Gottwald, F. – T.: Ruppert Sheldrake in der Diskussion,
Scherz–Verlag, Bern 1997
3    Frei zitiert aus: Hellinger, Bert: Wahrheit in Bewegung,
Verlag Herder, Freiburg 2005
4    Höppner, Gerd: Heilt Demut –wo Schicksal wirkt? Eine Studie zu Effekten des Familienstellens nach Bert Hellinger, Profil, München–Wien 2001; zgl. München Universität, Diss. ,2001
5    Ich habe eine Zusammenstellung der mir bisher bekannten Arbeiten gemacht. Auf Wunsch kann diese zugeschickt werden.
6    noch nicht abgeschlossen. Informationen können bei Dr. Albrecht Mahr angefragt werden.
7    Erwähnt in: Seeburger, Alexandra: Familienaufstellungen nach Bert Hellinger – die Auseinandersetzung mit einem Konzept, das polarisiert, unveröffentlichte Diplomarbeit an der FH Ravensburg–Weingarten; FB Sozialwesen, Dez. 2003
8    Ruppert, Franz: Berufliche Beziehungswelten, Heidelberg,
Carl – Auer Verlag 2001
9    Ruppert, Franz: Verwirrte Seelen, München, Kösel Verlag 2002
10    Ruppert, Franz: Trauma, Bindung und Familienstellen, Stuttgart, Pfeiffer Verlag 2005
11    Schlötter, Peter: Vertraute Sprache und ihre Entdeckung, Systemaufstellungen sind kein Zufallsprodukt – ein empirischer Nachweis, Heidelberg, Carl – Auer Verlag 2004
12    Informationen können bei Dr. Robert Langlotz angefragt werden.
13    Gminder, Carl Ulrich: Nachhaltigkeitsstrategien systemisch umsetzen, Dissertation der Universität St. Gallen 2005