Richtlinien zur Anerkennung als Aufsteller (gültig bis 12/ 2017)

gültig von 05/ 2013 bis 12/ 2017
(Richtlinien im pdf-Format)

Präambel
Die DGfS versteht Systemaufstellungen als eine systemische Methode, die nach Studien- oder Berufsabschluss, mehrjähriger Berufserfahrung sowie nach Abschluss einer anerkannten Weiterbildung in Beratung oder in einem Psychotherapieverfahren erlernt und angewendet werden kann.

Anerkennung zum Systemaufsteller (DGfS)

Für die Anerkennung zum Systemaufsteller / zur Systemaufstellerin (DGfS) gelten folgende Voraussetzungen:

1. Berufsausbildung und Berufserfahrung
Die BewerberInnen verfügen über einen abgeschlossenen, in der Regel psychosozialen, pädagogischen, medizinischen, beratenden oder psychotherapeutischen Grundberuf und einer dreijährigen Berufserfahrung. Personen anderer Berufsgruppen – Quereinsteiger - können nur anerkannt werden, wenn sie bereits über eine mindestens dreijährige Berufserfahrung in einem der oben genannten Berufsfelder verfügen.

2. Qualifizierte Weiterbildung in Psychotherapie oder Beratung
Die BewerberInnen haben zusätzlich zur Weiterbildung in Systemaufstellungen nach den Richtlinien der DGfS eine qualifizierte Weiterbildung in Psychotherapie oder in Beratung absolviert. Unter Beratung verstehen wir die professionelle psychosoziale Beratung von Einzelnen und Gruppen mit dem Ziel, Problemlösungen oder Veränderungsprozesse anzustoßen und zu begleiten. Als Nachweis ist die Einreichung eines Curriculums erforderlich.
Es müssen nachgewiesen werden:

  • Mindestens 30 Tage Weiterbildung
  • Mindestens 10 Tage Gruppenselbsterfahrung
  • Mindestens 20 Stunden Einzelselbsterfahrung

Psychologische oder ärztliche Psychotherapeuten, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten oder zur Psychotherapie berechtigte Heilpraktiker, die in unserer Datenbank Psychotherapie geführt werden möchten, haben eine mindestens dreijährige Weiterbildung in einer psychotherapeutischen Methode.

3. Weiterbildung in Systemaufstellungen
Die BewerberInnen haben eine mindestens zweijährige Weiterbildung in Systemaufstellungen absolviert, die folgende Bausteine umfasst:

  • Mindestens 16 Tage Theorie und Methode
  • Mindestens 9 Tage Selbsterfahrung
    Hierzu gehören mindestens drei Aufstellungen des eigenen Familiensystems (Herkunfts- und Gegenwartsfamilie)
  • Mindestens 5 Tage Supervision
    Hierzu gehören Fallbesprechungen und Supervisionsaufstellungen zu Fällen aus der Praxis des angehenden Systemaufstellers, sowie mindestens zwei Aufstellungen, die der Auszubildende unter Supervision des Lehrtherapeuten selber durchführt.
  • Mindestens 5 Tage Arbeit in Peergruppen
  • Mindestens 6 Tage Hospitation bei anerkannten Systemaufstellern (DGfS)

Anmerkung: Ein Tag gleich 8 Unterrichtseinheiten, eine Unterrichteinheit gleich 45 Min.

Für alle Weiterbildungen, die ab dem Stichtag 1.5.2013 beginnen, gilt:
Es werden nur noch Weiterbildungen in Systemaufstellungen anerkannt, die von Lehrtherapeuten und Lehrtrainern (DGfS) durchgeführt werden. Ebenfalls anerkannt werden die Weiterbildungen in Systemaufstellungen des ÖfS (Österreichisches forum Systemaufstellungen) und des SySt-Instituts München.

4. Anerkennung und Selbstverpflichtung
Durch die DGfS anerkannte Systemaufsteller sind berechtigt, sich

  • "Anerkannte Systemaufstellerin (DGfS)", bzw.
  • "Anerkannter Systemaufsteller (DGfS)"

zu nennen und werden in die entsprechende Datenbank der DGfS eingetragen.
Die Anerkennung und das Führen des Titels Systemaufsteller (DGfS) ist an die Mitgliedschaft in der DGfS gebunden und erlischt bei Austritt aus der DGfS.
Der Mitgliedsbeitrag für anerkannte Systemaufsteller ist der DGfS Beitragsordnung zu entnehmen.
Ebenfalls bindend ist die Verpflichtung zu kontinuierlicher Weiterbildung und / oder Supervision / Intervision von mind. 20 Unterrichtseinheiten im Jahr. Die Einhaltung dieser Verpflichtung kann vom Weiterbildungsausschuss überprüft werden.
Nationale und regionale Veranstaltungen der DGfS (Kongresse, Tagungen, Regionaltage sowie andere ausgewiesene Veranstaltungen) werden als kontinuierliche Weiterbildung angerechnet.

5. Antragsverfahren

  • Die ausgefüllte „Checkliste für Systemaufsteller“ ist mit allen relevanten Unterlagen bei der Geschäftsstelle einzureichen.
  • Einreichtermine sind der 1. Mai und 1. November des jeweiligen Jahres. Die Anträge werden nach diesen Stichtagen von der Anerkennungskommission der DGfS bearbeitet.
  • Mit der Einreichung sind 50 € Bearbeitungsgebühr zu überweisen, diese werden unabhängig vom Ausgang des Anerkennungsverfahrens einbehalten.
    Weitere 120 € fallen nach Anerkennung und vor Ausstellung des Zertifikats an.
  • Nach Antragstellung wird von der Geschäftsstelle eine Eingangsbestätigung ausgestellt. Liegen nach erster Prüfung alle Unterlagen vor, werden die Anträge der Anerkennungskommission zur weiteren Entscheidung vorgelegt. Strittige Anträge werden von Anerkennungskommission und Weiterbildungsausschuss gemeinsam überprüft.
  • Die Anträge wie auch die beigelegten Unterlagen müssen in deutscher Sprache oder übersetzt ins Deutsche vorliegen.

Informationen zur Anerkennung zum Lehrtherapeuten/ Lehrtrainer für Systemaufstellungen (DGfS) (bis 2017) finden Sie hier.

 

Die Richtlinien erlangen ab dem 1.5.2013 Gültigkeit, „Lehrtherapeuten i.A.“ können bereits seit 11/2012 eine Berechtigung erhalten. Für Weiterbildungen, die bis zum 30.4.2013 begonnen haben, gelten die Regelungen von 10/2010.

Stand: 7/ 2014