7. DGfS-Konferenz 2016 in Uslar

vom 13.‐15. März 2016

Verfasst von Angelika Leisering, Sprecherin der Regionalgruppe Hamburg/Schleswig‐Holstein

(Sie können den Bericht auch mit nachfolgendem Link im pdf-Format herunterladen: Bericht Uslar 2016)

Prolog
Dieter Dicke, nicht nur unser 1. Vorsitzender sondern auch - seit 2006! - Organisator der Uslar-Konferenz, bat mich, über die Tage einen Bericht zu schreiben. Dieser Bitte komme ich sehr gerne nach. So schreibe ich diese Zeilen für diejenigen, die dabei waren, damit sie sich auf diese Weise gut erinnern können.
Und ich schreibe sie für all diejenigen, die nicht dabei waren. So können Sie vielleicht einen Eindruck gewinnen, welche Kraft auch hier das gemeinsame Erleben freisetzt und wie vielfältiges das eigene Denken und Handeln zu inspirieren vermag. Auch aus diesem Grund fließen Feedbacks von TeilnehmerInnen ein. Danke an dieser Stelle für Eure Unterstützung!

7. Uslar-Konferenz 2016

Auf die Tage vom 13.-15. März 2016 wurden die  Mitglieder der DGfS und an der Aufstellungsarbeit Interessierte bereits mit dem Einladungsschreiben eingestimmt: Zur Vorbereitung und Selbstreflexion legte Dieter Dicke uns den Beitrag von Gunther  Schmidt1 ans Herz. Dieter Dicke legte den Fokus auf die heterogene Gesamtheit der inneren Haltungen und das Grundverständnis der Aufstellungsarbeit. So fanden wir uns zusammen unter dem Motto:

Was wollen und können SystemaufstellerInnen sein?
Fachidioten, Generaldilettanten oder Realitätenkellner - Gute (Aufstellungs-)Lösungen jenseits von linearen Gewissheiten anbieten.

Pünktlich um 14.00 Uhr eröffnet Dieter Dicke die Konferenz - und kann berichten, dass der gesamte Vorstand in der Delegiertenversammlung am 12. März 2016 einstimmig wiedergewählt wurde. D.h., dass Dieter Dicke (1. Vorsitzende), Christopher Bodirsky (1. Stellvertreter), Doris Feiler-Graziano (2. Stellvertreterin) und Volker Fleïng (Schatzmeister) ihre wegweisende Arbeit fortführen. Herzlichen Glückwunsch und vielen Dank für Euer Engagement!
Das Programm, das uns vorstellt wird, ist reichhaltig: auf der inhaltlichen Ebene erwarten uns zwei Vorträge und vielfältige Workshops, deren Themen in ‚Uslar-Manier‘ im Laufe des Nachmittags von den Teilnehmern herausgearbeitet werden. Auf der kulinarischen Ebene werden wir wunderbar versorgt – jedes Ma(h)l ein Fest für alle Sinne inklusive unseres Hörsinns, abends von Küchenchef Henrik Schwarz auf charmante Art angeregt.

Als nächstes bewegt uns Dieter Dicke mit soziometrischen Aufstellungen; die Antworten sind Spiegel der Fragen: Aus welcher Region kommst Du? Welchen Anteil Deines Einkommens hat die Aufstellungsarbeit? Welchen DGfS-Mitgliederstatus hast Du? Gemeinsamkeiten und Unterschiede wurden auf leichte Art sichtbar und ergaben mögliche Anknüpfungspunkte.

So unterschiedlich und vielseitig die Bilder waren, bilden sie damit eine gute Überleitung zur Leitidee dieser Tage. Umfangreiches und dabei unterschiedliches Wissen, mannigfache Haltungshintergründe und individuelles Einbeziehen der Aufstellungsarbeit im beruflichen Kontext erlauben den Vergleich zu den Begrifflichkeiten:

Wer spezialisiert ist und in unserem Kontext überwiegend mit Systemaufstellungen arbeitet, kann - etwas provokant - als Fachidiot bezeichnet werden – im Sinne eines tiefen Wissens. Wer dagegen breiter aufgestellt und auch in anderen Kontexten tätig ist bzw. andere Lösungsorientierungen anbietet, lässt sich entsprechend verstehen als Generaldilettant – im Sinne eines breiten aber weniger vertieften Wissens.
Der Realitätenkellner möchte die Brücke schlagen zwischen den beiden Begriffen und in diesem Sinne verstanden werden als eine empfehlenswerte Grundlage und Haltung für die Aufstellungsarbeit, da sie erdend wirkt. Dieter verweist hier zum einen auf Bert Hellinger: „Vom Himmel, der krank macht, und der Erde, die heilt“ 2.

Und zum anderen auf Prof. Pörksen, den wir am Sonntagnachmittag mit seinem Vortrag zu den Themen Wahrheit und Gewissheit erleben werden.

Mit Fritz B. Simon3 zeigt uns Dieter, welchen Geist des Zusammentreffens er einlädt: Die Tage sind eine Möglichkeit der konstruktiven Kontroverse, denn wir begegnen uns mit verschiedenen Denkmodellen und sich daraus ableitenden unterschiedlichen Handlungskonsequenzen. Die Begegnung miteinander ist umso fruchtbarer, je mehr es nicht nur um eine gemeinsame Bestätigung geht, sondern ein konstruktiver Dialog entsteht - ausgehend von den unterschiedlichen Ausgangspunkten der Gesprächsteilnehmer.

Auf diese Weise eingestimmt, sind alle eingeladen sich in Gruppen zusammen zu finden. Die Gruppenarbeit umfasst drei Aufgaben:

  1. kurze Vorstellungsrunde
  2. Beantwortung der Frage: „Was müsste bis Dienstagmittag passieren, damit sich der Weg für mich nach Uslar gelohnt hat?“
  3. Themenwünsche zusammentragen und eines als Thema für die Gruppe auswählen.

Sofort entsteht ein reges Treiben, die Gruppen finden sich, der Austausch beginnt. Die meistgenannten Wünsche, die vorgetragen werden, sind:
in guten Begegnungen Austausch und Vernetzung finden und Einsichten sowie neue Erkenntnisse gewinnen, mit Inspirationen, Denkanstößen und Handlungsimpulsen nach Hause fahren. Eine Teilnehmerstimme dazu: es hat sich schon gelohnt!

Die vorgestellte Themenvielfalt ist groß, dazu kommen diejenigen, die sich im Vorwege für ein Workshop-Angebot bereit erklärten.

Themenvielfalt DGfS-Konferenz Uslar 2016Foto: Olivier Netter

Jetzt kann aus der Vielzahl jeder Einzelne seinen Einfluss über das ‚Punkte-Kleben‘ geltend machen. Das Bild zeigt die Auswertung inklusive der Dimensionen Zeit- und Raum.

Vortrag 1

Nach der wohlverdienten Pause (in der wir vom Rothenberg-Team mit Kaffee, Tee und Selbstgebackenem verwöhnt werden) stellt Dieter den ersten Redner vor:

DGfS-Vorsitzender D. Dicke u. Prof. Bernhard PörksenBernhard Pörksen4 (*1969) ist Professor für Medienwissenschaft an der Universität Tübingen. Er publiziert über das konstruktivistische und systemische Denken und spricht zu aktuellen Themen seines Fachbereiches, z. B. Skandalisierung im medialen Zeitalter. Wir erleben einen begeisternden Redner, der uns scharfzüngig und zugleich humorvoll einlädt, seinen häufig zugespitzten Gedankengängen zu folgen - für uns zum Thema:

 

„Illusionen der Wahrheit. Von der Macht der Gewissheit.“

Das Anton-Syndrom (Nichtwahrnehmung der eigenen Blindheit) dient Pörksen als Metapher für die Fragen „Wie wird man blind?“ und „ Wie wird man blind für die eigene Blindheit?“

Als Antworten dienen drei Prinzipien:

  1. Einschüchterungsprinzip (Expertentum)
  2. Dämonisierungsprinzip (Unbedingtheitsanspruch einer Spezialwahrheit)
  3. Verifikationsprinzip (Bestätigungsdenken)

Die Prinzipien unterlegt er mit unterschiedlichen Beispielen.
Das Expertentum erklärt er durch die Anekdote um Max Planck, dessen Chauffeur seinen Vortrag hielt.
Die Dämonisierung bzw. Vertreibung des Zweifels gelingt z.B. durch das Verbot von Medien oder das Nutzen der räumlichen und/oder mentalen Isolation. Pörksen nutzt hier anschaulich das sogenannte „doomsday document“. Es bezieht sich auf Dokumente, die die Attentäter des 11. September 2001 bei sich hatten, die fast minutiöse Anweisungen enthielten, wie der letzte Abend zu gestalten ist, welche Texte im Taxi, beim Check-In, … zu rezitieren sind. Das Ziel ist, keinerlei Zweifel aufkeimen zu lassen an den Plänen, nur der eigenen ‚Wahrheit‘ Raum zu geben.
Das Bestätigungsdenken (sucht ausschließlich Bestätigung, jeder Kritikpunkt oder Gegenbeweis wird zurückgewiesen) illustriert Pörksen am Beispiel der Hitler-Tagebücher (1983/stern): man wollte glauben, dass sie echt wären. Das Unpassende wurde passend gemacht. Diese Haltung ist grundsätzlich übertragbar.
Wer dieser Prinzipienfalle entgehen möchte, kann es mit Charles Darwin halten, der sich dieser Zusammenhänge bewusst war: die Gegenargumente gleich notieren – sie sind viel schneller vergessen als Bestätigung.

Pörksen macht deutlich, dass es keine Erfindung ohne Erfindungsbewusstsein gibt, demzufolge auch keinen Widerspruch in der eigenen Wahrheit. Es ist ein Erleben der Illusion der Wahrheit, der Eigenanteil an der Illusion wird übersehen. Eine Wahrheitsillusion festzustellen, ist erst danach möglich - wenn man erkannt hat, ...
Ganz im Sinne der Aufstellungsarbeit schließt Pörksen diesen Punkt: „Wer erkennt, hat sie (die Wahrheitsillusion) schon entmachtet.“

Und spinnt den Faden weiter mit der Frage: „Sind wir Menschen wahrheitsfähige Wesen?“ Durch einen Ausflug in die Welten von Solipsisten, Realisten und Konstruktivisten begleitet er uns zur Erkenntnis, dass es „keine erkenntnistheoretische Schweiz“ geben kann. Und lädt ein zum Abschied vom Prinzipiellen, zu einer Haltung des Sowohl-als-auch:
Sowohl konstruktivistisch als auch realistisch. Wir brauchen beide – den Kritiker und den Überzeugten – für, wie Pörksen es nennt, gut gelüftete Denkverhältnisse.

Mit wem wollen wir uns verbünden? Diese Frage stellt sich sowohl in Beziehungen als auch auf gesellschaftlicher Ebene. Nach Pörksen gibt es die situative Notwendigkeit, die lebenspraktisch angemessene, individuelle und situative Passung. So plädiert er augenzwinkernd im Falle der Frage: „Mit wem wollen wir uns verbünden?“ für den Situationismus – es kommt darauf an!

Da es keine festen Wahrheiten gibt, und wir Menschen verdammt sind zur Freiheit und Verantwortung, lädt Pörksen ein, beim Zuhören, das ja eine Forschungsreise darstellen kann, eine bestimmte Haltung zu praktizieren: nicht einfach nur mit der Frage „stimmt das?“ zu hören, sondern vielmehr mit den Fragen zuzuhören:
„In welcher Welt ergibt das, was der andere sagt, einen Sinn?“ Auf diese Weise entsteht eine Verbindung zum Gesprächspartner. Die Verbindung zu sich selbst wird gehalten durch die Frage: „Stimmt das mit meiner Auffassung überein?“

Bevor sein Vortrag unter stürmischem Beifall endet, wünscht Bernhard Pörksen uns allen ein möglichst helles Bewusstsein von Freiheit und Verantwortung.
An dieser Stelle zwei Tipps4 von mir: es gibt ein Video mit dem Titel „Ein Dialog über den Dialog“ mit Bernhard Pörksen und Friedemann Schulz von Thun nd ein anderes mit ihm zum Thema „Skandale sind allgegenwärtig“.

 

Wie inspirierend die Uslar-Konferenz und die Teilnahme an diesem Vortrag wirken, zeigt das Feedback von Hedda Rühle aus Berlin:

„Schon auf der Hinfahrt nach Uslar hatte ich mit meiner Kollegin, die zu den „neuen Aufstellern“ gehört, eine lebhafte Diskussion um die Frage, ob wir ganz nach Gunther Schmidt „Realitätenkellner“ sind, oder ob wir auf der Suche nach einer letztendlichen Wahrheit unterwegs sind, die wir mit Hilfe der phänomenologischen Arbeitsweise Stück für Stück aufdecken können. Ich war überrascht, dass sie sich selbstverständlich als Realitätenkellnerin definierte. Ich als „alte Aufstellerin“, die noch direkt bei Bert Hellinger gelernt hat, fühlte mich doch eher der Suche nach der Wahrheit verpflichtet, natürlich mit dem Wissen, dass wir auch konstruieren.
So waren wir sehr erfreut, dass Bernhard Pörksen in seinem wunderbar sprachgewandten Vortrag eine kreative Lösung zum leidigen alten Thema „Realismus oder Konstruktivismus“ anbot, den „Situationismus“. Ja, dachte ich, genauso ist es! Für uns Therapeuten in der täglichen praktischen Arbeit entscheidet die Situation, auf welche Seite der beiden sich ergänzenden Pole – Realismus und Konstruktivismus – wir gerade in diesem Moment den Schwerpunkt legen. Ich würde daher seine Wortschöpfung gern noch um ein Adjektiv ergänzen und von „pragmatischem Situationismus“ sprechen. Schließlich wollen wir den Klienten gerecht werden und nicht einer philosophischen Weltanschauung. Für mich erinnert das übrigens an das, was Bert Hellinger als „angewandte Philosophie“ bezeichnet.
Mit herzlichen Grüßen an alle Kollegen/innen, die auch mit dem Thema befasst sind!“

Genussreich war auch der Abend – dafür sorgten ein vorzügliches Abendessen und inspirierende Gespräche. Früh ging es am nächsten Morgen weiter, Tagesstart um 09.00 Uhr!

Bevor Dieter Dicke zum Thema übergehen kann, lädt Dr. Dietmar Höhne zur Würdigung der Arbeit und des ehrenamtlichen Engagements des Vorstandes ein. Unseren Dank bringen wir gern in unserem Applaus zum Ausdruck!

Ein Thema, dem sich der Vorstand widmet, ist die Professionalität. Und so werden auch die technischen Möglichkeiten mehr und mehr genutzt, um mit Mitgliedern und Interessierten in gutem Kontakt zu sein. So wird der nun folgende Vortrag aufgezeichnet mit dem Ziel, Ausschnitte auf der Website zu veröffentlichen. Dieter stellt uns Jayan Maertens5 vor, der sich ehrenamtlich als Kameramann für diese Innovation zur Verfügung gestellt hat. Herzlichen Dank!

Vortrag 2

Damit wir dem Vortrag bestmöglich folgen können, macht Dieter mit uns als kleine Achtsamkeitsübung eine Reise durch den Körper. Auf diese Weise zentriert, stellt er uns den Redner
des Tages vor:

DGfS-Vorsitzender D. Dicke u. Prof. Bernhard Pörksen

Thomas Gehlert6 (* 1960), seit 1993 Organisationsberater und Trainer, nahm sich 2013 acht Monate Zeit für Studien der Quantenphysik an der Universität in Auckland, NZ. Das Ziel: Finden von Antworten „zur Erklärung der Mechanismen und Phänomene, die im Rahmen von Systemaufstellungen auftreten“.

„Quantenphysik und Aufstellungsarbeit“

Thomas Gehlert gelingt es, einen tiefen Einblick in das Feld der Quantenphysik zu gewähren. Das gesprochene Wort, belegt durch eingängige Beispiele wie Sheldrake’s ‚Dog experiment‘ 5, zusammengefasst wiederzugeben, ist eine spannende Aufgabe, denn es gilt, verschiedenen Gedankensträngen erst zu folgen und sie dann neu zu bündeln. Wohlan!

Ausgangspunkt aller Überlegungen ist die Frage, wie Wechselwirkungen zustande kommen. Dies ist für uns Aufsteller von Interesse, wenn wir verstehen wollen, was bei Systemaufstellungen (ein)wirkt und wie Phänomene erklärbar werden oder aus Erklärungen der Quantenphysik Konsequenzen ableiten und für die Aufstellungsarbeit nutzen wollen.

Thomas schildert seine persönlichen Erfahrungen, so dass es leicht(er) fällt, ihm durch dies ‚schwierige Gelände‘ zu folgen. Er gibt uns einen Überblick über aktuelle Forschungsergebnisse und bisherige Veröffentlichungen und nennt z.B.

  • Dreierlei Wirksamkeit von Weinhold et al. zur Nachhaltigkeit von Aufstellungsarbeit und
  • die Dissertation von Peter Schlötter zur Signifikanz der repräsentativen Wahrnehmung.

Wir alle kennen unterschiedliche Phänomene, die sich in Systemaufstellungen zeigen. Thomas nennt zusammengefasst: versteckte Dynamiken, Ereignisse aus der Vergangenheit, Körperreaktionen, die der Repräsentanz zuzuordnen sind; Generieren von Informationen, die zuvor nicht bekannt waren – weit über Beziehungskonstellationen hinaus, z.B. in abstrakten Zusammenhängen wie technischen, strategischen oder betriebswirtschaftlichen; „spukhafte Fernwirkung“ – Reaktionen aus dem Umfeld, die nicht bei der Aufstellung dabei waren.

Von den bisherigen Erklärungsversuchen zeigte er auf, dass nach aktuellem Forschungsstand folgende Erklärungsmöglichkeiten offen sind: morphische Felder, Spiegelneuronen, Quantenfeld, Vakuumfeld, Null-Punkt, Skalar- und Psi-Feld sowie die generalisierte Quantentheorie – auf die er im weiteren Verlauf eingeht und die Zusammenhänge zu Systemaufstellungen aufzeigt. Dabei verfolgen wir z.B. die Frage: „Lassen sich bei Menschen (Körper und Gehirn) quantenmechanische Wechselwirkungen definieren und diagnostizieren?“

Wir folgen Thomas‘ Erläuterungen zu Empathie und Spiegelneuronen und können durch ihn von Iacoboni lernen, dass nicht nur Handlungen das gleiche Aktivitätsmuster beim Beobachter entstehen lassen, sondern dies auch bei Denkprozessen geschieht.

Denkprozesse© Thomas Gehlert

Thomas zeigt uns verschiedene Forschungsbeispiele - so ist die Telepathie wissenschaftlich nachgewiesen. Bei den Beispielen auch das Folgende von Haffelder et al. (1999): Wirksamkeit von Familienaufstellungen mit Hilfe des EEG-spektralanalytischen Messverfahrens. Für uns alle hochinteressant:
Beim Stellvertreter ändert sich das Hirnstrombild, sobald er in die Repräsentanz geht. Geht er wieder heraus, zeigte sich wieder das eigene Bild. Auch Interventionen wurden sichtbar gemacht, z.B. bei Ritualen zeigte sich eine größere Ausgeglichenheit.

Ein weiterer gedanklicher Ausflug führt uns zur Entscheidungskraft - zur Intuition. Gigerenzer5 definiert: Intuition ist gefühltes Wissen; das rasch im Bewusstsein auftaucht; dessen tiefere Gründe uns nicht bewusst sind und das stark genug ist, um danach zu handeln. Er führt weiter aus, dass „das Gehirn die bestmögliche Vermutung produziert, gestützt auf Umweltinformationen“.

Neben vielem anderen, das Thomas uns dazu erklärt hat, zeigt es uns z.B., dass auch Informationen, die wir durch unsere Spiegelneuronen ‚aufnehmen‘, Einfluss nehmen. Unsere Resonanzfähigkeit über die Spiegelneuronen ermöglicht erst Empathie und Affekte - Interesse am Gegenüber ist Voraussetzung. Dies hat hohe Bedeutung für uns als Therapeuten bzw. Berater.

Eine weitere Frage, die wir unter Thomas Anleitung erforschen, ist: „Lässt sich eine lückenlose Prozesskette von der Mikro- bis zur Makrowelt beschreiben, in der Informationen transportiert werden können?“

Die Erkundung dieses Antwortenfeldes könnte nicht vielschichtiger sein … Heisenberg zeigte 1927 in seinem Doppelspaltexperiment, dass der Beobachter das beobachtete System (durch seine Erwartungshaltung?) beeinflusst. Damit gehört der Beobachter zum System!

Schrödingers Katze7 erklärt den Begriff ‚Superposition‘ (der noch eine wichtige Rolle spielen wird) auf anschauliche Weise: in dem Gedankenexperiment (1935) geht Schrödinger davon aus, dass die Katze - solange sie von der Wechselwirkung mit der Umgebung isoliert ist - lebendig und tot zugleich ist. Dies komme dadurch zustande, dass verschiedene Zustände eines Systems (tot/lebendig) sich überlagern und gleichzeitig präsent sind. Diese Präsenz aller möglichen Zustände wird ‚Superposition‘ genannt, oder auch ‚cat state‘. Erst wenn die lebendig- tote Katze beobachtet wird, würde ein Zustand durch die Beobachtung festgelegt.

Fragen, die mich schon vorher beschäftigt haben, bekommen eine neue Färbung durch die bisher von Thomas angebotenen Verknüpfungen: Welchen Einfluss nehme ich als Beobachter/ Systemaufstellerin in der Aufstellungsarbeit? Auf wen oder was lenke ich meine Aufmerksamkeit – was beobachte ich? Mit welcher Haltung – und auch mit welcher Erwartungshaltung – bin ich als Systemaufsteller präsent: gelingt es mir, im Sinne des ‚cat state‘ offen zu sein, so dass mein Kunde/Klient/Patient die größtmögliche Auswahl an Lösungen hat?

Thomas stellt andere Fragen:
Wie interpretiere ich die Ergebnisse? Wann entsteht das was sich zeigt: ist es schon vorher da oder erst durch Messung oder beides? Konzentriere ich mich auf Details oder das große Ganze? Es gibt dazu viele Antworten – je nach Denkschule, Glaubenssätzen, ...

Und er leitet uns weiter zur Verschränkung. Noch einmal Schrödinger (1935): „Wenn zwei Systeme aufeinander treffen und physikalisch miteinander interagieren und nach einer Zeit wieder auseinander gehen, kann man nicht mehr von zwei getrennten Systemen sprechen. Die Zustände der beiden zunächst getrennten Systeme sind nach der Interaktion verschränkt (Entangled). Sie können nur noch als Ganzes verstanden werden.“

Das Dumme daran: durch die Verschränkung ist die Wechselwirkung der Interaktion nicht mehr nachweisbar/messbar. Dies ist auch ein Problem im Feld des Quantencomputing ;-) Allerdings ergibt sich aus der Ausgangssituation eine optische Entsprechung zu einem Aufstellungsformat:

Quantenregister/ Tetralemma-Aufstellung© Thomas Gehlert

Ein anderer Zusammenhang, die Nicht-Lokalität bezogen auf Telepathie und Teleportation, zeigt ein ebenfalls ähnliches Bild, links ein Experiment der Quanten-Teleportation, rechts eine bildliche Gegenüberstellung in der Aufstellung:

© Thomas Gehlert

Thomas führt uns weiter bis zum Urknall. Eine denkbare Möglichkeit: Durch den Urknall ist alles verschränkt. Die Information (über alles) ist in allen Systemen vorhanden. Fokussieren wir also einen Aspekt, verstärken wir damit gewisse Verschränkungen.

Was bedeutet dies für uns als Systemaufsteller im Hinblick auf das Startbild? Zeigt es was ist? Oder zeigt es, womit wir verschränkt sind? Für welche Überlagerungen sorge ich als Systemaufsteller? Ein Gedanke von Thomas dazu: wenn (!) der Klient klar ist, braucht es kein Vorgespräch.

Eine weitere Frage schließt sich an: können wir mit der alten Streitfrage „Phänomenologischer Ansatz nach Hellinger ODER Konstruktivistischer Ansatz nach Simon?“ möglicherweise neu umgehen im Sinne der Superposition: phänomenologischer UND konstruktivistischer Ansatz – mit anderen Worten von Thomas: Information liegt abstrakt vor UND benötigt Bedeutungsgebung. Dies könnte ganz im Sinne von Pörksen sein!

 

Prall gefüllt im Geist hatten wir uns eine leibliche Stärkung und Pause verdient!

Etwas vorgegriffen im Zeitablauf, passt das nächste Feedback thematisch sehr gut. Es greift den zum Thema passenden Workshop am Nachmittag auf. Die Zeilen stammen von Lorenz Vogel aus München:

„Zum zweiten Mal habe ich nun in Uslar teilgenommen und das Konferenzformat wird mir langsam vertrauter. Es hat etwas Wiedererkennendes an diesem gepflegten und schönen Ort zu tagen. Die Gemeinde der Aufsteller wird mir nach drei Jahren Mitgliedschaft etwas vertrauter und das Fremdeln der Begegnungen weniger.

In diesem Jahr hat mich (erneut) besonders das Thema „Quantenphysik und Aufstellungen“ interessiert. Der Vortrag von Thomas Gehlert am zweiten Tag war sehr spannend und gut verständlich (ich glaube auch wenn man/frau weniger technisch orientiert ist, wie ich, der ich aus der Mathematik und der EDV komme). Mein Wunsch diesen Vortrag in einem Workshop praktisch zu vertiefen, fand reichlich Anklang und so konnten wir in einer Gruppe von mehr als 30 Personen eine Aufstellung wagen, die sich mit den Kernbegriffen der Quantenphysik in einer Aufstellung beschäftigte, als da waren: (1) Die Aufstellungsarbeit, (2) die Quantenphysik, (3) die Verschränkung, (4) die Verstrickung (eher ein Begriff aus der therapeutischen Arbeit) und als späteres Element dazu kommend (5) die Superposition. Eine weitere ausgewählte Stellvertreterin für die Menschen (6) kam in der Aufstellung aus Zeitgründen nicht mehr zum Zuge, konnte aber am Ende noch aus der Außenposition heraus ihr Befinden formulieren. In der Dynamik der Aufstellung entwickelte sich eine sehr interessante, später stabile Annäherung von der Aufstellungsarbeit (1) und der Quantenphysik (2) auf der einen Seite, sowie eine spannungsreiche und intensiv, vorsichtige Annäherung von der Verschränkung (3) und der Superposition (5) auf der anderen Seite. Die Verstrickung (4) habe ich als einen sich wandelnden Katalysator in der Aufstellung erfahren, der zuerst viel mit der Verschränkung (3) Kontakt suchte und später – als die Superposition (5) mit in die Aufstellung kam – als sich langsam aus der Aufstellung herausziehenden Faktor wahrgenommen. Die Verstrickung (4) entpuppte sich damit womöglich als das, worum es in Aufstellungen in der Regel geht, dem therapeutischen Anliegen. Leider war dann nicht mehr sehr viel Zeit, um die Aufstellung abzuschließen und ausgiebig zu reflektieren, jedoch erschienen für mich zwei Dinge aus dieser Aufstellung bemerkenswert. Zum einen die letztlich ruhige und gute Nachbarschaft von Quantenphysik (1) und Aufstellungsarbeit (2). Hier ist für uns als Aufsteller vermutlich noch sehr viel Neues (und Altes im neuen Licht) zu entdecken. Und zum anderen die sehr spannende Annäherung zwischen der Superposition (5) und der Verschränkung (3). Hier kam eine Aussage von (5) in Richtung (3): „Ich bin ein Teil von der Verschränkung und die Verschränkung ist ein Teil von mir. Ich muss sehr achtsam sein, damit die Verschränkung (3) mit mir in Kontakt treten kann.“ Die Repräsentantin für die noch im Außen befindlichen Menschen (6) bemerkte am Ende noch, dass es sie sehr stark in die Aufstellung hineingezogen hat und sie diesem sehr gerne nachgegangen wäre.
Im Lichte des Vortrages von Thomas Gehlert waren dies Momente, die mir in gewisser Hinsicht einen anderen, neuen Blick auf die (Ver-)Bindung von uns als Menschen (in der Verschränkung) mit dem „Umgebenden“ offenbarte, in dem sich Leben erst in der Beziehung manifestiert. Es wirft für mich sehr spannende Möglichkeiten und Experimente auf, sich diesem Bereich unseres (potentiellen / sich entfaltenden) Lebens zu nähern. Und dies mit Mitteln der Aufstellungsarbeit und den Erkenntnissen aus der Quantenphysik. Danke an alle Beteiligten für diese spannende Erfahrung.

Die 7. Uslar Konferenz hatte aber auch noch viele andere schöne Erlebnisse mit sich gebracht. So wurde der vielfache Wunsch nach Begegnungen, Austausch und Kommunikation für mich auf vielfältige Art und Weise (Pausengespräche, Begegnungen in Kleingruppen und Übungen, gemeinsame Essensgespräche und nicht zuletzt der ‚Disko- Abend‘ am Montag) erfüllt. Am Dienstagnachmittag war ich reich an- und abgefüllt mit neuen Eindrücken, Erfahrungen und Begegnungen und habe mich wieder Richtung Süden nach München auf den Weg nach Hause gemacht.

Danke an alle Beteiligten, Vorbereiter, Helfer und hilfreichen Geister für die gelungenen 2 Tage.“

Immer wieder gibt es die Möglichkeit zum Austausch; dies Angebot wurde ausgiebig genutzt.

Austausch DGfS-Konferenz 2016

Zwischen Mittag- und Abendessen gibt es die Chance, an den ersten beiden Workshops teilzunehmen. Die Wahl fällt schwer!
Foto: Olivier Netter

Zum angebotenen Workshop von Dr. med. Birgit Hickey mit dem Thema „Familienbiographik und Stellvertretungsordnungen“ schreibt Wolf Maurer aus Hamburg ein Feedback:

„Ein in Aufstellungen regelmäßig zu beobachtendes Phänomen ist die sog. "Vertretung" einer anderen Person in einem System. Ein Stellvertreter repräsentiert ein Gefühl oder eine Dynamik, die originär nicht zu ihm, sondern zu einer anderen Person des betrachteten Systems gehört. Dies führt erfahrungsgemäß zu Beeinträchtigungen (wie z.B. Erkrankungen), da die Person "ihren eigentlichen Platz" nicht einnehmen kann.

Der Arzt und Wissenschaftler V. v. Weizsäcker hat dies bereits Anfang des letzten Jahrhunderts erkannt und beschrieben. Seine drei Grundfragen:

  • Warum hat ein Patient gerade jetzt, in diesem Lebensalter, ein Symptom / Problem?
  • Warum gerade so, mit diesem Symptom / Problem?
  • Warum gerade hier, an diesem Platz in der Geschwisterreihe / im Familiensystem? wurden von Dr. R. Adamaszek fortgeführt. Durch jahrzehntelange empirische Untersuchungen konnte er beobachten, dass das "Stellvertretungsphänomen" mit der Position des Patienten in der Geschwisterreihe korreliert.

Deshalb ist sowohl die Visualisierung des Herkunfts- bzw. Gegenwartssystems in Form eines Genogramms als auch dessen Analyse auch entsprechend der "Stellvertretungsordnungen" mit o.g. Fragen für Birgit Hickey in ihrer Praxis die Basis für eine gründliche Anamnese und systemische Arbeit.

Auf der Suche nach Antworten auf die Fragen „wer oder welches Schicksal wird hier gerade vertreten?“ oder allgemeiner „wo im System ist ungelebtes Leben wirksam?“ präsentiert uns Birgit Hickey die Essenz ihrer jahrzehntelangen Erfahrung mit der Systemischen Medizin und insbesondere auch der familienbiographischen Genogrammarbeit.

Mit anschaulichen vorbereiteten Beispielen und in einem sehr lebendigen Austausch mit persönlichen Fragen aus dem Kreis der Teilnehmer erläutert uns Birgit, welche Vertretungen typisch sind. Dies bedeutet, welche Rollen übernimmt zum Beispiel der 1. Sohn, die 2. Tochter etc. typischerweise. „Typisch“ wird hier nicht verstanden als Kausalität, sondern im Sinne einer Diagnostik als häufig(er) anzutreffen und damit immer wertvoll, als Hypothese geprüft zu werden.

Birgits Workshop ist sehr inspirierend und für jeden praktisch arbeitenden Aufsteller eine solide Informationsbasis und große Bereicherung. So dass man sich wünschen darf, in Zukunft mehr von ihr zu diesem spannenden Thema zu hören oder zu lesen.“

Für den von Annegret Chucholowsky angebotenen Workshop „Integration frühkindlicher Körperreflexe mit Systemaufstellungen“ gibt es zwei Feedbacks:

Harald Homberger, Göttingen: „
Eine spannende Erfahrung für alle Teilnehmenden des Workshops: Die Aufstellung beginnen mit dem Aufstellen des vorgeburtlichen Reflexes z.B. des Totstellreflexes und/oder des Kampf/Fluchtreflexes desjenigen der aufstellt und der Person selbst. Im Reflex erkennbar: die Spiegelung des Ereignisses und die Auswirkung des Ereignisses, z.B. das sich nicht wehren können, wenn der Kampf/Fluchtreflex durch Ereignisse traumatisiert worden ist. Schön zu sehen: das Auflösen in der Aufstellung geschieht dadurch, dass das Ereignis in den Blick kommt und die damit verbundene Auswirkung der Lösung ist sichtbar auf der Reflexebene. Der Reflex nimmt sich als entblockiert, frei, handlungsfähig war und der Aufstellende beginnt auch, auf dieser Ebene das Ereignis zu verarbeiten, zu lösen.
Ein vielversprechender Ansatz!!“

Anke Fabré, Hannover:
„Die Erfahrungen des Workshops haben mich zutiefst berührt. Die Auflösung z.B. der Mutter/Tochter-Symbiose auf eine so fein abgegrenzte Art miterleben zu dürfen, war für mich einzigartig und nachhaltig. Anstatt langer und komplexer Traumaprozessarbeit einfach zum tiefsten Punkt und dann mit größter Achtsamkeit sanft durch, durch und durch ... in geatmeter Langsamkeit. Danke Annegret!
Geschätzter Dieter Dicke. Unter Deiner Leitung erfahre ich mit meiner subjektiven Brille Integration ohne Anstrengung. Die Vielfalt hat einen gesegneten Platz und unsere Grundwerte beschränken sich auf das Wesentliche.
Der Servicegedanke unserer Herberge "Am Rothenberg" ist nachhaltig ein Geschenk. Preislich völlig akzeptabel ist es das Extra, das es überall auf dem Gelände jederzeit gibt, das nachhaltig mein "Wohlsein" nährt.
In berührenden Quickies in Dreierkonstellation ein Thema aufstellen. Bitte mehr davon. Ein ganzer Raum arbeitet gleichzeitig an einem Thema - und das völlig individuell. Quantenphysik und Aufstellungsarbeit in sinniger Harmonie miteinander.
Meine Meinung: keine Angst vor der Größe oder anders ausgedrückt, der Mikrokosmos ist das Universum!
Vielen, vielen Dank für Uslar 2016!“

Nach der Vielfalt der Workshops kommen die Vielfalt des Buffets und die Vielfalt der Musik, die wieder von DJ Sven aufgelegt wird. Bis kurz vor Mitternacht wird kräftig das Tanzbein geschwungen. Ein wohltuende Gegenbewegung und ein gelungener Ausklang eines inspirierenden Tages!

 

Der letzte Tag der Konferenz gibt zunächst Raum für Ankündigungen und Würdigungen.

10. DGfS-Tagung „aneinander wachsen“
vom 10. bis 12. März 2017

Das Team Doris Feiler-Graciano, Annegret Chucholowski und Bernd Mumbach hat ganze vorbereitende Arbeit geleistet! Rund um das Thema – lösungsorientierte, zukunftsweisende Methoden und Betrachtungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene – können wir eine große Vielfalt an Vorträgen und Workshops erwarten.
Darüber hinaus können Doris und Annegret stolz verkünden, dass nicht nur der Flyer druckfrisch vorliegt, sondern auch das Programm online verfügbar ist auf der DGfS-Website.

Danach werden zwei Buchprojekte und ein Filmprojekt vorgestellt:

  • Birgit Theresa Koch stellt den geplanten Sammelband des Carl-Auer Verlages vor: "Junge Flüchtlinge auf Heimatsuche. Systemisches Handeln in einem sensiblen Kontext". Weitere Infos unter: www.birgittheresakoch.de
  • Marion Lockert stellt das Buchprojekt „Toolbox für Aufsteller“ vor. Geplant ist ein Kompendium mit Übungen und Formaten, das die Reichhaltigkeit in der Ausbildung und im Praxisalltag von Systemaufstellern zeigt. Weitere Infos: www.marion-lockert-institut.de
  • Bettina Fechner legt uns den Kinofilm: Power to Change – Die Energiewende ans Herz. Ihr Mann ist Regisseur des Films. Mehr unter: www.powertochange-film.de

Dieter stellt die hilfreichen, ehrenamtlichen guten Geister der DGfS vor:

  • Frau Monika Hörter, Ombudsfrau seit 2007;
  • Frau Karin Feth, Juristische Beraterin;
  • für die Anerkennungskommission:
    Dr. Dieter Beier, Maria Senftleben-Gudrich, Dr. Thomas Heucke;
  • für den Weiterbildungsausschuss:
    Birgit Theresa Koch und Annegret Chucholowsky;
  • von der PDS-Redaktion sind diesmal in Uslar dabei:
    Peter Bourquin, Birgit Theresa Koch und Claude Rosselet;
  • für das neue MitgliederMagazin STELLLAND:
    Stephanie Hartung und Volker Fleïng;
  • für die 10 Regionen bittet Dieter die Sprecherteams nach vorn; alle stellen sich und ihre Arbeit kurz vor.

Es ist ein eindrucksvolles Bild, das zeigt, wieviel Engagement eingebracht wird, damit unser Verband wachsen und gedeihen kann!

Der Eindrücke sind noch nicht genug! Zwei Workshops sind noch zu besuchen, bevor Dieter zu seinen Schlussworten kommt.
Er greift das Ehrenamt auf und zeigt in diesem Zusammenhang die Grundhaltung auf, dass der Vorstand für ein sich ausweitendes Miteinander steht, für Offenheit und Transparenz. Damit verbunden ist auch die Möglichkeit, Impulse zu setzen und eigenverantwortlich Beiträge zu übernehmen. Dies verbindet Dieter mit dem erfreulichen Wachstum der DGfS und berichtet über die Strategie-Tagung, die im April unter Leitung von Claude Rosselet stattfindet. Einen Beitrag dazu können wir alle leisten:

Dieter bittet uns (und die Regionalgruppensprecher um Verbreitung) einer Frage nachzugehen und sie bis Anfang April zu beantworten:

Was ist alles geschehen, dass ich auch im Jahr 2020 gerne Mitglied der DGfS bin?

Dieter dankt allen Kolleginnen und Kollegen, die ihr Wissen und ihre Kompetenz zur Verfügung gestellt haben. Diese kollektive Leistung und die positive Atmosphäre haben ihm seine Aufgabe leicht gemacht. Er beschließt das Zusammentreffen - aber nicht, ohne uns den Termin zu nennen für die

8. Uslar Konferenz: von Sonntag, 18. März bis Dienstag, 20. März 2018.

Mit Standing Ovations für Dieter gehen diese Tage zu Ende. Ein paar Feedbacks geben die schöne Stimmung (der Tage) wieder:

Sabine Stahl aus Hamburg:
„Das war ja ein tolles Frühlingserwachen …!!
Die DGfS-Frühjahrstagung in Uslar war für mich eine dichte und (Blüten)reiche Veranstaltung, ein Genuss mit allen Sinnen!
Neben ausreichend Zeit und Gelegenheit zum kollegialen Austausch und einem umfangreichen, auf das leibliche Wohl abgestimmte Hotelarrangement in ruhiger, idyllischer Umgebung, gab es vor allem anregende Vorträge und viele interessante Workshops! Die beiden hochinteressanten und hochklassigen Vorträge, gehalten von exzellenten Rednern zu den Zusammenhängen zwischen einerseits „Wahrheit und Illusion“ bzw. andererseits „Quantenphysik und Aufstellungsarbeit“ waren ein Hochgenuss! Und das Workshop-Programm wurde - wie schon seit vielen Jahren bewährt - vor Ort durch das „Punkten“ nach unseren Wünschen und Prioritäten zusammengestellt, auch das ein Wohlfühlfaktor! Reich beschenkt und voller neuer „Blüten“ bin ich mit einem großen Strauß neuer Ideen und Anregungen nach zweieinhalb Tagen nach Hause gefahren – und in zwei Jahren sicher wieder mit dabei!“

Anette Schnoor aus Langballig
„Drei Tage Konferenz - drei Tage Inspiration und Austausch erlebte ich in Uslar. Schwerpunkte der Arbeit waren für mich die Auseinandersetzung mit den Erkenntnissen der Quantenmechanik sowie die theoretische Betrachtung von Konstruktivismus und Phänomenologie. Praktische Anregung fand ich in der kollegialen Vorstellung verschiedener Aufstellungsformate. Besonders dankbar bin ich für viele persönliche Gespräche, fröhliche und kritische Begegnungen, die über ein professionelles Miteinander hinausgingen.
Ideen, Anregungen und Erkenntnisse, die ich aus Uslar mitgebracht habe, fließen nun in meine Arbeit ein. Ich freue mich über diese Bereicherung.“

Sabine Andersson aus Marquartstein:
„Schön war es!
Viele interessante Begegnungen mit tollen Menschen, fachlich qualifizierte Themen und Workshops um Neues und Bereicherndes mitzunehmen, ein toller Ort inmitten der Natur um intensiv zu arbeiten und sich kulinarisch verwöhnen zu lassen. Entspannend am Abend mit Sauna, schwimmen und Tanz!
Ich werde wieder kommen, weil: rundum gut!“

Epilog

Die Erfolgsgeschichte des Zusammentreffens der Aufsteller-Community wurde auch dieses Mal fortgeschrieben, gut gerahmt durch die vertraute, wohltuende Umgebung in Uslar. Mein Angetan-Sein tönt sicher zwischen den Zeilen. Mir hat es zudem große Freude bereitet, diesen Bericht zu schreiben. Ich hoffe, dass mein Wunsch in Erfüllung geht – und Du Dich gern und gut erinnerst bzw. Sie sich gut informiert fühlen.
Herzliche Grüße
Angelika Leisering


1 Gunther Schmidt (2011), Berater als >> Realitätenkellner << (…) in Leeb, Trenkle & Weckenmann (Hrsg), Der Realitätenkellner (S. 18 ff), Heidelberg: Carl-Auer Verlag – als Download verfügbar auf der DGfS-Website: http://veranstaltungen.familienaufstellung.org/sites/veranstaltungen.familienaufstellung.org/files/realitaetenkellner.pdf

2 Bert Hellinger: „Vom Himmel, der krank macht, und der Erde, die heilt“. http://www.auditorium-netzwerk.de/JAKO-O-Wissensraum/Alle-JAKO-O-Artikel-anzeigen/ Hellinger-Bert-Vom-Himmel-der-krank-macht-und-der-Erde-die-heilt::5761.html

3 Fritz B. Simon (2011) spricht über die Zielsetzung der Carl Auer Akademie: https://www.youtube.com/watch?v=i8_ZX_4oPo8

4 Bernhard Pörksen gab mir freundlicherweise den Hinweis zu seinem Artikel, erschienen in der Zeit (2014): http://www.zeit.de/2014/21/neuer-realismus-dogmatismus Bernhard Pörksen und Friedemann Schulz von Thun: https://youtu.be/2qkw4eZxmCI „Skandale sind allgegenwärtig“: https://youtu.be/I3KQE32R_ms

5 Jayan Maertens betreibt einen eigenen Youtube-Kanal und veröffentlicht von ihm durchgeführte Interviews, z. B. https://www.youtube.com/watch?v=KwPkMGuU_OM

6 Thomas Gehlert, http://www.gehlert-cooperation.de/ Sheldrake’s Dog Experiment: https://www.youtube.com/watch?v=XIozVT-IM14 Prof. Dr. Gigerenzer: Gefühltes Wissen – Zur Erforschung der Intuition http://www.tele-akademie.de/begleit/video_ta140216.php

7 Literaturtipp John Gribbin: Auf der Suche nach Schrödingers Katze: Quantenphysik und Wirklichkeit, München, Piper Taschenbuch; 8. Auflage