Bericht zum Mitglieder- und Interessiertentreffen der DGfS - März 2012

Bescheidenheit üben - Weisheitsmöglichkeiten (wieder-) entdecken - Sinnfragen und Zukunftsmodelle für SystemaufstellerInnen

von Rica Salm-Rechberg
5. bis 7. März 2012 in Uslar

Mein erster Gedanke war: Was für ein Titel – er mutet gleichzeitig nachdenklich und erfrischend erwachsen an! Diese Tagung, so stand zu vermuten, wollte den Raum öffnen für Vieles, auch Konträres, für den Diskurs zu Fragen der Wirksamkeit und Nachhaltigkeit der Aufstellungsarbeit, für praktische Erfahrungswerte und für Wissen, das in die Zukunft weist.
Die hohen Erwartungen wurden auch durch die geladenen Gäste geweckt, deren Unterschiedlichkeit hochwertigen Input und anregenden Austausch versprach: Prof. Dr. Dr. Gerhard Roth, Dr. Gunthard Weber mit Dr. Jan Weinhold und PhD. Hunter Beaumont. Wir sollten nicht enttäuscht werden.

Doch fangen wir vorne an: Uslar ist mehr als ein Mitgliedertreffen. Es ist ein Familientreffen. Hier trifft sich die Familie, hier präsentiert sich der Verein seinen Mitgliedern und (noch) Nicht-mitgliedern, die an der Aufstellungsarbeit interessiert sind.
Wie immer freue ich mich auf das in der abseitigen Mitte der Republik gelegene Hotel am Rothenberg, die hügelige Landschaft mit Blick über Wälder und Felder des Sollings, das großartige Abendbüffet, die stetig wachsende Hoteliersfamilie.
Ich freue mich auf  die vielen vertrauten und auch auf die neuen Gesichter, das Miteinander vieler, die sich über die Aufstellungsarbeit verbunden fühlen. Ich freue mich gleichzeitig aufs Kennenlernen und  aufs Wiedersehen.

Natürlich sind die ersten Familientreffen der Aufsteller in Heidelberg unvergessen. Dort stand die Begeisterung über das Neue und Bert Hellinger im Vordergrund. Inzwischen hat es viele Entwicklungsschritte und auch –brüche gegeben. Seit 2004 trifft sich die DGfS Familie nun in Uslar. Das diesjährige Treffen diente  auch der Konsolidierung nach aufregenden Zeiten des Erwachsen Werdens.

Regelmäßige Familientreffen zeichnen sich dadurch aus, dass sie Kontinuität behaupten, wo Bewegung und Wachstum naturgegeben sind. Sie sind Orte der Eigendarstellung, sie dienen aber auch der Besinnung, Innenschau, Rückschau und Vorschau. Man trifft die anderen Familienmitglieder, schaut, wer da ist, wer fehlt, überprüft auch die Beziehung zu den anderen;  man verortet sich also immer wieder neu und stellt irgendwann fest, dass man jetzt  schon lange da ist und irgendwann auch Platz machen wird für Nachwachsende.


Der erste Tag

Schon im vormittäglichen Treffen des Bundes-Leitungsgremiums wurde der bisherige Vorstand mit Barbara Innecken als erster Vorsitzenden sowie dem (erkrankten und daher abwesenden) zweiten Vorsitzenden Christopher Bodirsky und dem neuen Schatzmeister Volker Fleïng einstimmig (wieder) gewählt.
Die Zahl der Teilnehmenden hatte sich mit 85 im Vergleich zu den Vorjahren ungefähr verdoppelt und Dieter Dicke, der die Mitgliederversammlungen bereits seit 2006 moderiert, war nicht nur bestens vorbereitet sondern auch in ausnehmend guter Gastgeberlaune. Er moderierte die Veranstaltung bestimmt, dabei durchgängig feinfühlig, mit wachsender Gelassenheit  und unerschütterlich fröhlich.

Damit sich alle ein Bild machen konnten, bat er zunächst den alten - und neu gewählten -„Familienvorstand“ sowie alle Mitglieder des Bundesleitungsgremiums, des Anerkennungs- und Weiterbildungsausschusses  und die Ombudsfrau auf die Bühne.

Als Eingangsritual gab es dann eine Aufstellung, die uns allen die geographische und die zeitliche Zugehörigkeit der anwesenden Mitglieder verdeutlichte.

Auf diese Weise richtig angekommen, waren wir jetzt offen für die von Dieter geplante „kulturbildende Pertubation“, was, wie wir lernen durften,  eine eher indirekt wirkende „Irritation“ des Systems durch die jeweilige Umwelt  beschreibt.(grundlegend dazu: N. Luhmann, 1984).  Ziel war es, den Raum zu öffnen für Fragen und Konflikte, die das heterogene Feld der Systemaufsteller umtreiben und die er als Ressource versteht, um über die Grenzen und Möglichkeiten der Aufstellungsarbeit immer wieder neu nachzudenken.

Unwahrscheinliche Kommunikation sollte möglich gemacht werden:

Das Video dazu bei youtube

 

In 11 Kleingruppen zu max. 8 TeilnehmerInnen folgte anschließend eine Kennenlernrunde sowie eine Themensammlung für selbstorganisierte Kurzworkshops, die am späten Vormittag des zweiten Konferenztages stattfinden sollten.
Hier eine Auswahl der in den Kleingruppen gesammelten Fragen und Themen, von denen etwa fünf ausgewählt und in Workshops vertieft wurden:

  • Wie zeigt sich Heilung?
  • Bedeutet heil sein lebendig sein?
  • Psychohygiene im Traumakontext
  • Pränatale Einflüsse und ihre „Behandlungsfähigkeit“
  • Aufstellung und Sucht (Rauchen)
  • Schuld und Schulden aus systemischer Sicht
  • Was tun wir eigentlich in Aufstellungen?
  • Was ist der Kern hinter den Aufstellungen?
  • Wie nachhaltig sind Aufstellungen?
  • Was kann man als Aufstellungsleiter mit den Stellvertretern noch machen?
  • Paararbeit ? Arbeit mit Ritualen ...
  • Seele –  Was verstehen wir darunter auch in Abgrenzung zu Psyche ?
  • Quantenheilung und Aufstellungen
  • Welche Möglichkeiten gibt es mit Kindern zu arbeiten, deren Seelen sich entfernt haben?
  • Aufsteller in der Polarität zwischen Helferrolle und Autonomie – am Beispiel der Terminabsprache
  • Aufstellungsarbeit und Salutogenese
  • Zum Umgang mit der „Wahrheit“ in der Aufstellungsarbeit
  • Arbeit mit dem Selbst etc.


Am Nachmittag dieses ersten Tages, wir erinnern uns es ging um „kulturbildende Pertubation“, verstörte der Neurobiologe Prof. Dr. Dr. Gerhard Roth die Gewissheiten  allzu überzeugter Heiler. Thema seines Vortrags: „Kann der Mensch sich ändern? Sichtweisen neurobiologischer Forschung zum Veränderungspotential von Menschen.“

Wer, wie einige aus Politik und Wirtschaft, so tut, als könne der Mensch sich sozusagen auf Knopfdruck ändern, irrt, so Professor Roth. Die Persönlichkeitspsychologie gehe vielmehr davon aus, dass die Grundzüge der Persönlichkeit genetisch bedingt bzw. intrauterin –im Mutterleib - ausgebildet und durch Erfahrung und Erziehung kaum beeinflussbar seien.  Der Sitz dieses Persönlichkeitsanteils, das unbewusste Selbst, sei weitgehend im limbischen System verortet, dessen untere aber auch mittlere Ebene als wenig veränderbar gilt. Da die Stressregulation des ungeborenen Kindes bis zur Geburt mit dem Nervensystem der Mutter korrespondiert, ist das Kind einer eventuellen Psychotraumatisierung relativ schutzlos ausgeliefert. Als ähnlich prägend schilderte Roth die Bindungserfahrungen sowie die emotionale Konditionierung durch die primäre Betreuungsperson, in der Regel die Mutter.  Das kognitiv-kommunikative-individuell-soziale Ich bildet sich dann - so Prof. Roth -  im sozialen Umfeld der ersten 20 Lebensjahre aus.

Daraus folgerte Roth: Die Aussicht auf Veränderung durch Psychotherapie ist abhängig vom Zeitpunkt und der Stärke „belastender Konditionierung“ amygdalärer Netzwerke, der individuellen Plastizität der Amygdala und anderer subcortikaler Einflüsse.

Was die Wirksamkeit von Beratung und Therapie betrifft, gilt als Faustregel:
50%  der Wirksamkeit jeder Therapie kann mit einer vertrauensvollen Beziehung zwischen Klient und Therapeut erklärt werden, dies trifft allerdings ohnehin nur für ein Drittel der Klienten überhaupt zu. Einem weiteren Drittel kann nur wenig, den anderen gar nicht geholfen werden.

Eingedenk dieser grundsätzlichen Einschränkungen vermutet Roth, dass der Wirkfaktor der Aufstellungsarbeit vermutlich als groß beziffert werden kann, weil sie in einer Gruppe über Tage hinweg viele Impulse zur Veränderung  gebe, und zwar sowohl durch eine vertrauensvolle Leitung als auch durch das unterstützende Miteinander. Auch hält er das Potential von repräsentativer Wahrnehmung, das Entäußern innerer Bilder und die Macht der nichtverbalen Kommunikation für bislang völlig unterschätzt.

Den Vortrag von Prof. Roth finden Sie im pdf-Format hier unter dem Menüpunkt

 

Der zweite Tag

Zu Beginn würdigte Dr Gunthard Weber seinen langjährigen Freund und von uns allen hoch geschätzten Kollegen, Dr. Otto Brink, der leider im November 2011 verstarb. Der würdige Rahmen des Erinnerns bereicherte die Kultur der Tagung.

Noch nie hat es eine wissenschaftlichen Kriterien genügende Studie zur Wirksamkeit von Systemaufstellungen gegeben – wir waren also sehr gespannt auf die erste Vorstellung dieser sogenannten Heidelberger Studie, zu der Dr. Gunthard Weber den Anstoß gegeben hatte.
Kann man die Wirksamkeit einer Methode implizit unterstellen oder muss man auch einen Nachweis für diese Wirksamkeit erbringen können? Gleich zu Beginn widersprach Dr. Weber einem Einwand Bert Hellingers, wonach Nachbefragungen die Seele des Klienten störten: „ Wir waren viel zu lang gehorsam.....Wenn wir für eine Methode Geld nehmen, sollten wir auch den Nachweis für ihre Wirksamkeit nicht schuldig bleiben und den Diskurs mit anderen suchen“.

Der Heidelberger Wissenschaftler Dr. Jan Weinhold präsentierte anschließend die Studie auch im Namen von Jochen Schweitzer, Annette Bornhäuser und Christina Hunger. Näheres zu dieser Studie findet sich unter www.aufstellungsforschung.de
 
Hier die wichtigsten Ergebnisse: Die RCT Studie wurde 2011 durchgeführt und  hatte die Überprüfung der allgemeinen Wirksamkeit von Systemaufstellungen bei normal rekrutiertem Klientel  zum Inhalt. Es gab dazu eine Experimental– und eine Kontrollgruppe mit jeweils 102 Personen.

Die Auswertung der Ergebnisfragebögen ergab, dass sich die psychische Gesamtbelastung und das allgemeine Wohlbefinden von 69 Befragten der Experimentalgruppe signifikant verbessert  hatte und auch nach 4 Monaten noch erstaunlich stabil war.
 
Das Ergebnis ist bislang sehr positiv für die Aufstellungsarbeit. 69% sind besser als die Kontrollgruppe  - das sind aus statistischer Sicht große Effekte.

Nach der Präsentation der Teilergebnisse der Studie gab es  eine außergewöhnliche Würdigung unseres „Stammesältesten“.  Seit Uslar 2012 ist Gunthard Weber das erste Ehrenmitglied der DFfS.  Barbara Innecken verlieh ihm die entsprechende Urkunde für seine vielfältigen Verdienste im Bereich der Aufstellungsarbeit. Ohne ihn, das ist sicher, würde es diese ganze Bewegung nicht gegeben haben.  Gunthard’s Reaktion war so typisch wie sympathisch: „Wie komme ich dazu für etwas geehrt zu werden was ich so gerne getan habe.“
Ich denke, dass es an dieser Stelle nicht notwendig ist, alle Initiativen, Ämter, und Tätigkeiten von Gunthard Weber aufzuzählen. Aber seine Initiative seit Jahren Bücher zu spenden und einen Büchertisch für den erkrankten Harald Hohnen aufzustellen, zeigte wieder einmal sein großes Herz für Menschen, die Hilfe brauchen. Danke Gunthard.
Im Anschluss bildeten sich Workshop Gruppen zu sechs der am Vortag kreierten Themen. Die KollegInnen hatten 90 Minuten Zeit um zu ihren Themen zu arbeiten.

Während die ersten beiden Vorträge/ Präsentationen mehr oder weniger im Zeichen der etablierten Wissenschaften standen, brachte Hunter Beaumont nach der Mittagspause die Seele wieder ins Spiel.

Hunter Beaumont ist uns allen bekannt als Therapeut, der die Aufstellerfamilie von Anbeginn bereichert hat.  Er hat großes Interesse an spirituellen Fragen und ist international bekannt als Trainer, Supervisor und Verfechter einer integrierenden, schulübergreifenden Psychotherapie. Er ist Autor und auch Co-Autor (zusammen mit Bert Hellinger und Gunthard Weber) von Love's Hidden Symmetry, dem ersten englisch sprachigen Buch über die Arbeit Bert Hellingers.

Hunter machte in Uslar die Rehabilitierung des Begriffs „Seele“ zum Mittelpunkt seiner Ausführungen. Er beschrieb die Seele als eine Dimension menschlicher Erfahrung – ein Raum, in dem eine sehr subtile Kommunikation jenseits von Sprache möglich ist. Für ihn ist sie ein äußert sensibles Empfindungsorgan, das sich - z. B. durch eine einzige Bemerkung, verschließen kann.

Viele Dinge können die Seele auf diese Weise beeinflussen. “Es gibt kein Menschsein ohne Verstrickung in lebensfeindliche Strukturen.“ Wenn Hunter über die Neuroplastizität des Gehirns oder die Entdeckungen der Epigenetik spricht, dann spricht er aus einer seelischen Perspektive, die weiß: „Das Leben wird erlebt“. Als Therapeut empfehle es sich, auf diese Dimension zu achten.

Neben dem prägenden Einfluss frühkindlicher traumatischer Erfahrungen benennt Hunter Beaumont immer wieder die Wirkungen impliziter oder expliziter religiöser Konzepte. Er hinterfragt transgenerative Verstrickungen, prägende Ideen und Geschichten von Schuld, Scham, Angst. Er spricht auch von der Macht der Problemgeschichten:  Oft erlaubt der Gedächtnisraum keine sich widersprechenden Erinnerungen.“ Aufstellungen können hier das bisherige Bild des Kindes vervollständigen und lebensunterstützende Ressourcen oder hilfreiche kulturelle Prägungen aufspüren.

Ich gestehe: Es ist nicht ganz einfach in Worte zu fassen, was Hunter unter dem Seelenparadigma versteht. Barbara Innecken brachte den Eindruck vieler Zuhörer so auf den Punkt: „Intellektuell gelingt es mir nicht, zu verstehen, aber gleichzeitig öffnet sich ein Raum in mir, der versteht“.

Im Anschluss konnten wir alle erleben, was sie damit meinte: In Kontakt mit seinem Gegenüber gibt Hunter  der Seele Raum. Mit feinem Gespür für das richtige Tempo und sprachliche Nuancen hört er die Geschichten, die wir uns erzählen, erspürt die Verletzungen und eröffnet einen Raum, in dem auch die Grundannahmen neu verhandelt werden können.

Damit Veränderung gelingt und sich der Klient (auch für die positiven Erinnerungen) öffnen kann, ist eine vertrauensvolle Beziehung unabdingbar. Die Seele erspürt die Qualität des Mitfühlens und ist dankbar für Empathie, Umdeutung und Anstoß zum Richtungswechsel.

Hunter arbeitete dann mit drei Teilnehmenden. Es waren verkürzte Aufstellungen, die sich auch darum drehten, eine Antwort auf die Frage zu finden, was der eigentliche Auftrag sein kann. In der Imagination fand er gemeinsam mit den Betroffenen einen inneren Ort, eine Qualität des Seins,  in dem sich die Anspannung lösen konnte  und  Lösungen aufschienen.

Es ist immer wieder ein Genuss einem Meister bei der Arbeit zu schauen zu dürfen.

Am Abend wurde Wilfried de Philipp, der langjährige Schatzmeister und Leiter der Geschäftsstelle des Vereins, offiziell aus diesen Ämtern verabschiedet. Wilfried gehörte wie Gunthard und Hunter der berühmten „Septembergruppe“ an und hat als graue Eminenz über Jahre nicht nur die finanziellen und administrativen Geschäfte des Vereins verwaltet.

Barbara Innecken würdigte ihn und bedankte sich im Namen aller für die vielen Ämter und Aufgabenbereiche, die er mit einem genauen Blick fürs große Ganze, aber auch das kleine Detail klug und liebevoll geleitet hat.  Völlig zu Recht wurde ihm für seinen außergewöhnlichen Einsatz die zweite Ehrenmitgliedschaft dieses Treffens verliehen.

 

Der dritte Tag

Gleich am nächsten Morgen nutzte Wilfried die Gelegenheit zu einem Rück- und Ausblick. Besonders am Herzen liegt ihm die Zukunft der „Praxis der Systemaufstellung“. Diese außergewöhnliche Zeitung, für die er nach wie vor verantwortlich zeichnet, braucht noch einen kompetenten Nachfolger. Sie soll nicht „in Schönheit sterben“, wie er sagte,  sondern in direkter Verbundenheit mit dem Feld zeitgemäßer werden!
Zwar hat sich mit Wilfried der letzte der alten Garde aus den offiziellen Ämtern des Vereins zurückgezogen, aber auch er wird der Aufstellungsarbeit verbunden bleiben und seine Erfahrungen in anderer Weise weitergeben. Wir freuen uns drauf.

Zurück im Plenum dankte Barbara Innecken einem weiteren langjährigen Verbandsmitglied: mit viel Applaus wurde Hans Peter Milling,  scheidender Regionalsprecher für Baden-Württemberg verabschiedet. Wir alle kennen Hans Peter auch als jemanden, der maßgebliche Arbeit im Weiterbildungsausschuss und der juristischen Beratung des Verbandes geleistet hat.

Barbara Innecken nutzte im Anschluss die Gelegenheit, den Entwicklungsprozess von der Bewegung zum Verein und zum demokratischen Verband nachzuzeichnen.
Der Verband, das ist klar geworden, hat sich inzwischen konsolidiert, er wächst und hat erhebliche Schritte des Erwachsenwerdens vollzogen. Dabei ist er jünger, transparenter, demokratischer und vor allem professioneller geworden. Das zeigt schon die Tatsache, dass wir mit Kirsten Barthelmes jetzt jederzeit eine offizielle Ansprechpartnerin in der Geschäftsstelle  haben. Diese ist über die Agentur 3c zu erreichen, die auch unser neues, bis zu diesem Moment geheim gehaltenes Logo entworfen hat.

Apropos neues Logo:  Der Verband hat sich im Zuge seiner Professionalisierung zur Entwicklung eines „Corporate Design“ entschlossen. Die dafür von der Agentur 3c entwickelte Wort-Bild-Marke (das Logo) stellt einen nach rechts geöffneten Halbkreis dar – bestehend aus 8 unterschiedlich großen blauen Rechtecken (den 8 Regionalgruppen), die alle um einen mittigen roten Punkt kreisen – die Seele. Wir betonen damit unsere Gemeinsamkeiten und zeigen gleichzeitig unsere Vielfalt. Ein sehr passendes Logo, hergeleitet aus dem Gedanken des Weltenbaums. Andreas Konietzny von der Agentur 3c hat uns die Entstehungsgeschichte des Logos mit so viel Freude präsentiert, dass die emotionale Bindung an die neue Geschäftsstelle und das neue Design sicher gelingen wird. Umso mehr als die beiden Inhaber der Agentur 3c als Söhne von Marianne Franke der Aufstellungsarbeit sehr verbunden sind.

Jetzt war es Zeit für unseren neuen Schatzmeister Volker Fleing, sich den Mitgliedern vorzustellen. In seiner Einführungsrede fand er eine schöne und in die  Zukunft weisende Analogie zum Thema Geld. Sehr klug und witzig verband er die Welt der Zahlen mit unserer Arbeit: Im Grunde sei seine Aufgabe als Schatzmeister eine kreative kodierte Systemaufstellung, bei der jede Zahl als eine Kodierung menschlicher Leistung (Mitgliedbeiträge = Energie) eine Bewegung beinhalte.

Zum guten Schluss noch ein Ausblick in die Zukunft: Das nächste Familientreffen wird vom 1. bis 3. März 2013 in München stattfinden. Lisa Böhm wird dort die nationale DGfS Tagung organisieren. Das von ihr gewählte Thema heißt:

Präsent, gelassen, dankbar….
Gelebte Spiritualität in Beruf und Alltag

Lisa präsentierte das Konzept in Korrespondenz zum Titel, den sie täglich hin und her bewegte mit dem Ziel, Antworten zu finden auf  wesentliche Fragen, die die Wechselwirkungen der Aufstellungsarbeit und der spirituellen Tugenden sowie ihre Bedeutung für Alltag und Beruf betreffen.
Es haben Referenten aus unseren Reihen zugesagt, die sich schon längere Zeit mit dieser
Dimension intensiv beschäftigen und Erfahrungen gesammelt haben.
Eingeladen sind alle mit der Aufstellungsarbeit Vertrauten und an ihr Interessierten sowie alle, die sich auch ohne Vorkenntnisse und Vorerfahrungen von diesem Thema angesprochen fühlen.

Zum Schluss noch ein persönlicher Satz, mit dem ich sicher für viele spreche: Ich bin dankbar dafür, dass der Verein nicht in Machtkämpfen Energie verliert, sondern immer noch von dem Geist der Methode getragen ist . Dazu hat auch dieses – von Dieter Dicke wunderbar moderierte – Mitglieder- und Interessiertentreffen einen wichtigen Beitrag geleistet.

Mit nachfolgendem Link können Sie diesen Bericht auch im pdf-Format downloaden:
Bescheidenheit üben- Weisheitsmöglichkeiten (wieder-) entdecken - Sinnfragen und Zukunftsmodelle für SystemaufstellerInnen